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Myôka - Etsuko Chida (Japan/ Frankreich)

Myôka - Etsuko Chida (Japan/ Frankreich)   Als Musiker-/In gekennzeichnet


Höfische Musik aus Japan: Koto solo und Gesang

Myôka ist der Künstlername der jungen japanischen Sängerin und Koto -Musikerin Etsuko Chida, die in Sapporo auf der nördlichsten japanischen Insel Hokkaido geboren wurde und heute in Frankreich lebt.

Seid ihrer frühesten Kindheit wurde sie in die hohe Kunst des Koto-Spiels eingeführt - dem wunderschönen, über tausend Jahre alten Instrument mit einem raren, eleganten Klang.

In der strengen Schule von Yamada, die zu den besten Schulen japanischer Vokalmusik gehört, erhielt sie ihre Gesangsausbildung von Meister Yemoto Hagioka.

In der Folge und für gut 20 Jahre wurde die talentierte Schülerin dann auch von drei grossen Virtuosen des Koto und Gesangs unterrichtet: Kaga TOYOMASA, Yokota TOYOCHIKA und Sanagi OKATOYO. Am Ende dieser Ausbildungszeit erhielt sie den Natori-Namen verliehen: Chida TOYOCHIEKA - ein Ehrentitel, der eine Zusammensetzung der Namessilben ihrer drei Meister ist und dadurch die lebendige Erinnerung und Fortführung ihrer Kunst durch sie symbolisieren soll.
Koto ist eine sehr raffinierte Kunstmusik, die grosse Sensibilität erfordert, klar und unprätentiös den Klang der Seele und der Welt durch kraftvolle innere Schwingungen zum Ausdruck bringt.

Etsuko Chida hat 2002 ihr erstes Solo-Album für das französische Label „Buda Records“ aufgenommen. Seid ihrer Übersiedlung nach Europa nahm sie in zahlreichen Begegnungen mit Musikern anderer Musikkulturen sowie auch an ethno-elektronischen Projekten teil.


Die Geschichte des Koto
Von 7. - 8. Jahrhundert wurden von Japan Kulturbotschafter nach China entsandt, um das dortige politische und kulturelle System zu studieren. Sie brachten auch einige Instrumente mit nach Japan, u.a. das Koto. Es wurde zunächst ausschliesslich in der höfischen Musik benutzt, und zwar von blinden Musikern. (Fast alle alte höfische Musik Japans wurde von blinden Musikern, blinden Höflingen oder Mönchen gespielt)

Im 17. Jahrhundert (Edo Ära) wurde es bei den einfachen Menschen populär verschiedene Musikinstrumente wie Shamisen (Laute), Shakuhachi (Flöte) - und eben auch das Koto im Ensemble zu spielen.
Gleichzeitig gelang es dem blinden Koto Meister YATSUHASHI-KENGYO (1614-1685) das Koto als ein Solo Instrument zu etablieren. Er wurde damit zum Vater des modernen Koto. Viele seiner Kompositionen werden auch heute noch gespielt.

Das Koto
Das Koto gehört zur Familie der Zithern und hat eine ungefähre Länge von 180cm, 13 gleich starken und gleich langen Saiten, die über 13 beweglichen Stegen gespannt sind. Das Koto besteht im wesentlichen aus zwei Teilen gefertigt, die aus Paulownia Holz sind und der Länge nach aus dem Stamm geschnitten werden. Der obere Teil ist ausgehöhlt wie ein umgekehrtes U und sitzt auf einem flachen Bodendeckel, sodass der Resonnanzkörper entsteht. Ursprünglich waren die Saiten aus Seide, hielten aber dann nur für ein einziges Konzert. Heute wird die stabilere Nylonbespannung verwendet, die zudem einen kräftigeren Klang gibt, der vom heutigen Publikum geschätzt wird. Die Stege wurden ursprünglich aus Elfenbein geschnitzt, aber seid dem Verbot des Elfenbein-Handels aus hochwertigen Kunststoff gefertigt.

Ein Koto zu stimmen offenbart eine, von westlichen Klangkonzepten unterschiedliche Haltung: Die Stücke sind nicht unbedingt in einer bestimmten Tonlage geschrieben. Die Tonlage hängt ab von der Stimmung der ersten Note, die auf dem ersten Steg gespielt wird. Die Wahl der Tonlage hängt nicht von anderen Instrumenten ab, mit denen gemeinsam gespielt oder in welcher Stimmung gesungen wird etc. Die Stimmun entspricht nur in etwa den westlichen Tonleitern. In klassischen Kompositionen handelt es sich oftmals um pentatonische Tonleitern oder modifizierte westliche Tonleitern.
In zeitgenössischen Stücken wird sowohl die do-re-mi Leiter wie auch speziell vom Komponisten erfundene Stimmungen für ein bestimmtes Stück oder für einen Klangeffekt verwendet.

Da die japanische Notierung sich sehr von der westlichen Notierung unterscheidet, orientieren sich viele westliche Musiker der Einfachheit halber nach den Nummern und nicht mit Namen der Saiten, um die anzuschlagende Saite zu identifizieren. Die Saiten werden mit auf drei Finger einer Hand gesteckte Plektrums gezupft und mit der anderen Hand abgedrückt.

Musiker der Yamada Schule sitzen dem Koto gegenüber und spielen mit spitzen Plekturms. Zum typischen Stil der Yamada Schule gehören gleichwertig erzählende Gesänge und Instrumental-Stück
 
Etsuko Chida - Gesang, Koto
 



Das Profil wurde angelegt am [2013-01-16 14:15:57] durch Autor 5, zuletzt geändert [2014-02-12 19:20:56] durch Letzter Editor 3


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