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Asmâa Hamzaoui & Bnat Timbouktou (Marokko)

Asmâa Hamzaoui & Bnat Timbouktou (Marokko)   Als Musiker-/In gekennzeichnet


Hypnotischer Wüstenblues junger Gnawa-Frauen
AKA: Nachholtermine der abgesagten Tour Februar 2021

Die marokkanische Musikerin Asmâa Hamzaoui hat sich mit ihrem Quartett Bnat Timbouktou nicht nicht nur ihren Kindheitstraum verwirklicht, eine eigene Musikgruppe zu gründen, sondern schreibt auch ein Stück Musikgeschichte als erste reine Frauenband, welche die traditionelle Musik des nordafrikanischen Gnawa-Volkes spielt, die eine der partriachalischsten Musikformen ist. Bnat Timbouktou ist die erste Gruppe der Welt, in der eine Frau öffentlich den Gembri-Bass spielt.
 
Der Klang ist sofort wiedererkennbar: tiefe schwirrende Töne, die Asmâa Hamzaoui perkussiv zupfend ihrer dreisaitigen Kastenhalslaute Gembri entlockt, die in den  Maghreb-Ländern Marokko, Tunesien und Algerien Tradition hat, zum Soundteppich der rhythmusklappernden Metalkastagnetten Qaraqab, die ebenso zum traditionellen Instrumentarium der Gnawas gehören, wie zur Musik geklatscht und im Wechselgesang nach dem Call- and Response-Prinzip gesungen wird, in diesem Fall von Vorsängerin Asmâa Hamzaoui, der ihre drei Mitmusikerinnen singend antworten, darunter auch ihre Schwester Aicha Hamzaoui. Die Gembri und die expressive eindringliche Stimme von Asmâa Hamzaoui sind das Herzstück ihrer rauen Musik, die sich langsam aber sicher steigert und eine ekstatische Atmosphäre aufbaut und Zuhörer*Innen damit in eine Art Trance-Zustand versetzt. Ursprünglich wurde diese Art Musik bei therapeutischen Versammlungen praktiziert, in deren Rahmen nachts auf hypnotische Weise Geister beschworen wurden, als eine Art heilende Musik, um Menschen von psychischen Problemen zu befreien. Von dieser Tradition kommend, hat auch die Musik von Amsâa Hamzaou & Bnat Timbouktou den typisch spirituellen und besänftigenden Charakter, der für die Trance-orientierte Musik der Gnawas bezeichnend ist. Die marokkanischen Musikerinnen spielen sie allerdings in einer moderneren Form.
Während die Musik der Gnawas im Ursprung zurückgeht auf eine Zeit, als das Volk als Sklaven gehalten wurde und die Gesänge zunächst davon erzählten, wie sehr das Volk leiden musste, ist der Fokus in den Songs von Asmâa Hamzaoui & Bnat Timbouktou mehr auf die Spiritualität der Gnawas gerichtet. In ihrer Muttersprache Gnawa singen die jungen Frauen von der Geisterwelt, vom Leben in Afrika und davon, wie die Menschen mit der Natur in Harmonie leben. Sie warnen aber auch vor den Konsequenzen, mit denen man rechnen muss, wenn man die Natur missbraucht. Inspiriert vom Jazz, Blues, Musik aus anderen Teilen Afrikas und dem Reggae Bob Marleys, verbreiten Asmâa Hamzaoui & Bnat Timbouktou das musikalische Erbe Marokkos in ansteckend missionarischer Art zunehmend in der ganzen Welt. Marokkos international gefeierte Frauenband beschreitet dabei nicht nur in musikalischer Hinsicht neue Wege, sondern auch dadurch, dass sich die Musikerinnen für Gleichberechtigung einsetzen, für die Bewahrung von Traditionen und spirituellen Praktiken im modernen Marokko von heute aber auch weltweit. Die Gruppe verfolgt unter anderem das Ziel, in Marokko eine Musikschule für Mädchen zu eröffnen.
Ihre Leidenschaft für die Musik der Gnawas erbte Asmâa Hamzaoui von ihrem berühmten Vater Maâlem Rachid Hamzaoui. „Ich war sechs, als mir erlaubt wurde, die Gembri zu berühren, das Hauptinstrument in der Musiktradition der Gnawas“, erzählt sie. Später begleitete sie ihren Vater zu  Zeremonien, bei denen sie dann die Musik gründlich lernte. Angst davor, als Frau die Musik der Gnawas zu spielen, was in der Öffentlichkeit stets Männern vorbehalten war, hatte Asmâa Hamzaoui nie, da ihr Vater sie unterstützte und sogar dazu ermutigte, diese Musik in die Welt hinauszutragen und dort zu verbreiten, weil er fand, dass sie die Gembri wie ein Meister spiele und seiner Tochter das auch sehr früh sagte. Der gleichen Meinung sind auch Asmâa Hamzaouis musikalische Schwestern von Bnat Timbouktou, die alle schon von Kindesbeinen an miteinander befreundet sind. Sie versichern: „Wenn man die Augen schließt und einfach zuhört, kann man keinen Unterschied feststellen zwischen dem Gembri-Spiel von Asmâa und dem eines Mannes.“ Als Asmâa Hamzaoui 2012 ihre Gruppe Bnat Timbouktou gründete, war sie gerade 16 Jahre alt. Als Namen für ihr Quartett wählte sie „Töchter Timbuktus“ mit der Begründung, dass die Oasenstadt im westafrikanischen Mali der Ursprung der Gnawa Music sei.
 
Für ihre Konzerte wünschen sich die marokkanischen Musikerinnen, dass zwischen ihnen auf der Bühne und ihrem Publikum davor keine Art Wand ist, sondern sich alle wie zu Hause fühlen. Nach Veröffentlichung ihres vielgelobten Debütalbums “Oulad Lghaba” 2019, das in Casablanca und Stockholm aufgenommen wurde und sich an die Spitze der Transglobal Worldmusic Charts setzte, beeindruckten Amsâa Hamzaoui & Bnat Timbouktou im Sommer des gleichen Jahres das europäische Publikum live auf zahlreichen Festivals. Mit ihrem Auftritt bei der Worldmusic Exposition Womex im finnischen Tampere im Herbst 2019 überzeugte die Gruppe dann auch das Fachpublikum von ihrer künstlerischen Qualität. Zu den Klangkosmos Konzerten bringen die Pionierinnen und Botschafterinnen der weiblichen Gnawa-Musik den frischen Wind der alten marokkanischen Musiktradition nach Nordrhein-Westfalen.
 
Asmâa Hamzaoui - Gimbri, Gesang
Aicha Hamzaoui - Qraqeb, Gesang    
Soukaina Elmeliyjy - Qraqeb, Gesang
Hind Lamgammah - Qraqeb, Gesang


VideoAsmâa Hamzaoui & Bnat Timbouktou (Marokko) @ Youtube-www.youtube.com/watch?v=o8tPuMx9OcA www.youtube.com/watch?v=o8tPuMx9OcA


Soundsnippets

Soundcloud Snippets www.youtube.com/watch?v=cJCFUtxgrlA

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Das Profil wurde angelegt am [2020-03-10 16:13:11] durch Autor 5, zuletzt geändert [2021-01-21 12:14:30] durch Letzter Editor 5


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